Rückbeugen zaubern

Aus dem Stand, im Liegen und Sitzen, auf den Unterarmen, im Sonnengruß. Aus jeder Grundhaltung begegnen wir in unserer Yogapraxis Rückbeugen. Was passiert, wenn unsere Brustwirbelsäule nicht ausreichend flexibel ist? Oder Bauch und Rückenmuskel noch nicht stark genug, dafür Ehrgeiz und Flexibilität um so größer?

Wenn wir versuchen uns in eine Rückbeuge, in eine Traumhaltung zu pressen und dabei in Kauf nehmen , dass es dem unteren Rücken nicht gelingen kann, die gesamte Last aufzufangen, bleibt die Frage warum?  Wirbel werden gequetscht, die Haltung schmerzt. Der vermeintliche Erfolg macht wenig Freude, und der Schmerz im unteren Rücken begleitet mich, wenn ich besonders erfolgreich meine innere Stimme übertönt haben, noch länger. Und wo entdecke ich dieses Verhalten auch jenseits meiner Yogamatte?

Geduld, Respekt vor den Grenzen meines Körpers und das Hören auf seine Signale, Schritte zurück zu machen, um in gesunden kleineren Schritten Asanas zu erarbeiten, ist das Einüben von Ahimsa, Gewaltlosigkeit, dem ersten Yogaprinzip und bedeutet nichts anderes als Liebe und Achtung mir selbst gegenüber.

Wenn wir unseren Brustraum weiten und öffnen, der untere Rücken dabei lang bleibt, von den Bauchmuskeln gestützt, die Wirbelsäule über die gesamte Länge gleichmäßig nach hinten gebeugt, die Rückenmuskeln kontrahiert, die Bauchseite  lang, dann entsteht viel Wärme, der Atem wird kürzer und wir können bewußt an einer langen tiefen Einatmung arbeiten.

Rückbeugen geben enorm viel Kraft und Vitalität und gehören damit zu den Brmhana-Asanas (im Gegensatz zu Langhana-Asanas, die den Parasympatikus aktivieren, den Rest- and-Digest Modus). Welche Rückbeuge konkret geübt werden soll, lässt sich neben der Kraft, die notwendig ist, den unteren Rücken zu stützen, der Flexibilität der Brustwirbelsäule und Oberschenkeln etc., zu allererst an der Tiefe der Atmung ablesen.

Üben wir die Haltung rein physisch, so wird der Effekt physisch bleiben, begeben wir uns in die Überforderung so werden wir uns rasch verletzen.

Wenn wir nicht einfach an unserem Limit aushalten, sondern uns ausreichend Spielraum zugestehen, werden unsere Rückbeugen zu Entdeckungsreisen. Wir können uns die schönsten Rückbeugen zaubern, wenn wir nach innen schauen. Bleiben wir in Kontakt mit unserem Herzen, dann wirken unsere Rückbeugen herzöffnend und machen uns beschwingt und fröhlich.

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