
Das Konzept der CHAKRAS kommt aus der Tantratradition. Wichtige Texte entstehen im 16. Jahrhundert, als die Ideen und Philosophien hinter den Chakren systematisch festgehalten wurden.
CHAKRA UND NEW AGE
Das Chakrasystem hat im Laufe der Jahrhunderte eine faszinierende Entwicklung durchgemacht und ist eng mit verschiedenen spirituellen Praktiken verbunden. Die Visualisierung der Chakren, die Energiezentren im Körper, spielt dabei eine zentrale Rolle und wurde insbesondere in der New-Age-Ära mit Begeisterung aufgenommen.
Regenbogen
Diese spirituelle Bewegung hat das Konzept der Chakren vielfach neu interpretiert und mit modernen esoterischen Konzepten verknüpft. Ein Beispiel dafür ist die Darstellung der Chakren in den Farben des Regenbogens, die ihren Ursprung in der Esoterik der New-Age-Bewegung hat. Die Popularität und weitreichende Verbreitung dieser Neuinterpretation haben das Verständnis und die Anwendung des Chakrasystems in der modernen Spiritualität maßgeblich beeinflusst.

Chakra Healing
Auch die Idee des „Chakra Healing“ hat sich in den letzten Jahren stark verbreitet. Im Zentrum dieser alternativen Heilmethode steht die Vorstellung, dass Energiezentren im Körper, die sogenannten Chakras, eine essentielle Rolle für das seelische und körperliche Wohlbefinden spielen. Aromatherapie, Meditation und Klangheilung werden als Mittel zur Harmonisierung und Aktivierung der Chakras eingesetzt.
Oft wird eine Verbindung der Chakren zu physiologischen Prozessen hergestellt, wie etwas den Drüsen. Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass diese Korrelationen aus Yogasicht sekundär sind. Die Chakren sind nicht nur verschiedenen Körperteilen zugeordnet. Vielmehr eröffnen sie uns ein Tor, das es uns erlaubt, durch den Körper eine Verbindung zu den Grundelementen herzustellen und über sie zu meditieren.

llustration, SOLAR YOGA SOLAR YOGA,: Yogacharya Janakiraman, Carolina Rosso Cicogna, 1989, Trieste
Zittern, Schütteln, Trancezustände, Visionen oder andere ähnliche Erfahrungen haben nichts mit einer “Öffnung der Chakren” oder einer “Kundalini-Erweckung” zu tun,. Sie sind vielmehr Reaktionen des Nervensystems auf bestimmte Reize und Erwartungen.
CHAKRAS HARMONISIEREN
Neben Asana, Pranayama und Prathyahara (Rückzug der Sinne) spielen Mantra und Meditation eine zentrale Rolle, wenn wir uns den Chakren annähern wollen. Ein meditativer Zustand ermöglicht es, die Energie des Prana bewusst zu lenken und Harmonie von Körpers und Geist zu fördern.
Prana kann fließen, wenn der Geist nicht von unseren Gedanken und Emotionen kontrolliert wird. Das Loslassen belastender Gedanken und Emotionen schafft Raum für den Fluss von Prana. Wie Yoga diese psychologischen Prozesse betrachtet, vermittelt das Yogasutra, welche diese Prozesse zu mehr Freiheit detailliert und erhellend beschreibt.
Um eine Verbindung zur Kundalini Shakti und den Chakren herzustellen, ist also ein meditativer Zustand Voraussetzung. Fantasien über die „Aktivität“ der Chakren sind da wenig hilfreich.
Die Chakren in Harmonie zueinander zu bringen, können wir uns vorstellen wie ein Nummernschloss, das sich nur dann öffnet, wenn die richtige Zahlenkombination eingestellt ist. Oder wie ein fein abgestimmtes Orchester, in dem jeder Musiker seine Partitur genau kennt und perfekt mit den anderen zusammenarbeitet, sodass alle Instrumente in Harmonie zueinander schwingen.
Wir schwingen MIT dem Kosmos, wir sind in Harmonie mit dem, was ist. Diese tiefe Verbundenheit gibt uns Kraft und bringt Ruhe in unser Sein.
Das Konzept der Energien, die die Chakras definieren betrachten wir im zweiten Teil

in der Asanapraxis die Verbindung zu den Chakras herstellen (Illustration aus SOLAR YOGA,Yogacharya Janakiraman, Carolina Rosso Cicogna, 1989, Trieste beschrieben)
Wenn du die Arbeit mit den Chakren vertiefen und über Meditation mehr innere Balance finden möchtest, findest du in meiner Online Meditation einen Raum für Stille und achtsame Verbindung zu deinem eigenen Energiekörper.


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