Unterstützte Rückbeuge im Yoga zur Öffnung von Herz- und Kehlraum

Vishuddha Chakra im Yoga

Vishuddha Chakra im Yoga

“…the entire process of yoga is one of remembering who you really are”
– Kino McGregor

Was ist das Vishuddha Chakra?

Vishuddha ist das fünfte Chakra. Es befindet sich zwischen dem Herzen, unserem emotionalen Raum, und dem Geist – Zentrum unserer Intelligenz. Das Kehlchakra ist dem Element Äther und dem Raum zugeordnet. Äther bezeichnet das Medium, in dem Schwingung sich ausbreitet.

Es umfasst unseren Hörsinn und unsere Fähigkeit zu sprechen. Beides verbindet unseren individuellen Innenraum mit der Außenwelt. Dadurch verbindet es uns mit unseren Mitmenschen – und mit allem, was sich um uns bewegt. Auf das Kehlchakra zu meditieren, bringt Denken und Fühlen in Einklang und kann unser individuelles Bewusstsein in Harmonie mit dem kosmischen ausrichten.

🌀 Inspiration: Meditation und Prāṇāyāma können einen tiefen Einfluss auf das Vishuddha Chakra haben – sie stärken Ausdruck, innere Stille und energetische Klarheit.

Wenn du Meditation gezielt vertiefen möchtest, findest du hier eine passende Ergänzung: Online-Meditation – Impulse und Praxis .

In meinem Online-Angebot findest du außerdem geführte Meditationen und Atemübungen, die gezielt auf die feinstofflichen Ebenen wirken.

Selbstvertrauen, Ausdruck und Kommunikation

Oft erleben wir kleinere Dissonanzen als vorübergehende Störung: Eine Situation macht uns nervös und es fällt schwer zu sprechen. Wir unterdrücken Tränen oder wollen etwas Wichtiges sagen, lassen den Moment aber vorbeiziehen. In solchen Momenten fühlen wir die Energie des Vishuddha Chakras blockiert.

Andererseits können Worte auch zu weit gehen und verletzen – dann nähren sie Gewalt statt Frieden. Oder wir reden ständig, ohne anderen wirklich zuzuhören. In beiden Fällen ist die Energie des Kehlchakras aus dem Gleichgewicht.

Worte können sowohl Geschenke als auch Giftpfeile sein – sie verursachen entweder Magie oder Zerstörung. Sich mit den psychologischen Themen des Kehlchakras auseinanderzusetzen, hilft uns, sensibler in der Kommunikation zu werden. Dadurch lernen wir, besser zuzuhören, achtsamer zu sprechen und unsere Unzulänglichkeiten liebevoll anzunehmen.

Mit Asanas Raum schaffen

Asanas helfen uns, die materielle Ebene unseres Seins zu überwinden. Durch die Praxis treten wir mit der Unendlichkeit in Verbindung. Das geschieht oft ganz natürlich – und führt zu einem Gefühl innerer Weite.

Szenario 1: Weite erleben

Du übst eine Asana in einer Variante, die dir gut tut. Die Energie kommt ins Fließen, dein Körper fühlt sich leicht an. Ein Glücksgefühl breitet sich aus – in Herz, Geist und Atem. Grenzen verschwimmen. Du bist vollkommen präsent.

Szenario 2: Enge und Transformation

Du probierst etwas Neues, zum Beispiel eine ungewohnte Drehsitz-Variante. Zunächst fühlt es sich eng an, der Atem ist flach. Doch du lässt Raum entstehen – zuerst im Geist. Du löst leicht auf, kommst ins Spüren, und die Energie beginnt wieder zu fließen.

Stimme geben, Klarheit finden

Die Asanapraxis bringt uns ins Hier und Jetzt. Sie führt uns vom Groben zum Subtilen – von der Enge in die Weite. Wie ein körperliches Mantra durchdringen Atem und Bewegung den Geist. Immer wieder stellt sich die Frage: Wo finde ich Weite und Stabilität – Wurzeln und Flügel?

Durch bewusste Ausrichtung, Nachgeben und gezielten Krafteinsatz finden wir Klarheit. Was wir über Vishuddha in unserer Praxis erkennen, beeinflusst auch unseren Alltag: Wir treffen bessere Entscheidungen, lernen loszulassen und unsere Wahrheit auszusprechen.

Fragen für die Selbstreflexion:

  • Wo braucht es mehr Willenskraft?
  • Was kann ich loslassen?
  • Was will ich nach außen bringen – und wie?
  • Wo empfinde ich Stagnation?

Ein verwandtes Thema findest du im Beitrag Aparigraha im Yoga – über das Loslassen und innere Freiheit .

Praktische Werkzeuge zur Harmonisierung

Wir setzen im Yoga gezielt unsere Stimme ein – etwa bei Atemübungen wie Bhramari, die Brust- und Kehlbereich vibrieren lassen. Auch Mantra-Rezitation ist ein kraftvolles Werkzeug.

Auch Bandhas (energetische Verschlüsse), die sich mit längerer Praxis erschließen, helfen dabei, den Körper zu harmonisieren und mentale Blockaden zu lösen.

Mehr über feinstoffliche Energiearbeit im Yoga liest du im Beitrag Shakti im Yoga – die Kraft der universellen weiblichen Energie .

Impulse für deine Praxis

Bīja-Mantra-Meditation

Sitze aufrecht im Schneidersitz oder auf einem Stuhl. Schließe deine Augen und finde in deinen Körper. Richte deine Wahrnehmung zur Halsgrube, zum Nacken und oberen Rücken. Wiederhole innerlich – ruhig und entspannt – das Bīja-Mantra HAM. Lass es aus der Stille aufsteigen.

Reflexionsfragen

  • Was drücke ich aus und was behalte ich zurück?
  • Wie finde ich in eine entspannte Atmosphäre?
  • Mit wem fühle ich mich so frei, dass ich ganz ich selbst sein kann?
  • Wann erlebe ich Selbstvergessenheit?
  • Neige ich zur Passivität?
  • Wie erlebe ich meine Beziehungen?

Mantra zur Stärkung des Vertrauens

Beginne deine Yogapraxis mit folgender Mantrarezitation – laut oder mental:

SHRADDHA-YA-NAMAHA – Ich verneige mich vor der Kraft der Zuversicht

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