Mount Meru als heilige Achse des Universums – Bedeutung im Yoga

Mount Meru im Yoga – Bedeutung und Symbolik der inneren Achse

Yoga Wissen · Symbolik

Mount Meru im Yoga

Mount Meru gilt in der indischen Mythologie als heiliger Weltenberg, als Achse zwischen Himmel und Erde. Im Yoga wird diese Symbolik zu einer inneren Erfahrung: Wir richten uns auf, verwurzeln uns und finden eine Mitte, die Stabilität und Weite zugleich trägt.

Mount Kailash als Symbol für Mount Meru und die innere Achse im Yoga

Tauche ein in das uralte Wissen des Yoga: Mount Meru als Bild für innere Ausrichtung, Meditation und die vertikale Achse des Bewusstseins.

Mount Meru und Kailasha in der indischen Kosmologie

Die Bedeutung von Mount Meru im Yoga liegt tief verwurzelt in der indischen Mythologie. Mount Meru gilt in vielen Darstellungen als heilige Achse des Universums, als Zentrum und Orientierungspunkt zwischen Erde, Himmel und den verschiedenen Ebenen des Seins.

Der reale Mount Kailash im Westen Tibets wird häufig mit dieser heiligen Achse in Verbindung gebracht: unzugänglich, voller symbolischer Kraft und in mehreren Traditionen als heiliger Berg verehrt.

Im Hinduismus gilt Kailasha als Wohnsitz Shivas, des großen Yogis. In buddhistischen und jainistischen Kontexten erscheint Meru ebenfalls als Zentrum der Weltordnung. Für die Yogapraxis wird daraus ein Bild für innere Orientierung, Sammlung und spirituelle Ausrichtung.

Merudanda: die innere Achse des Yogins

Aus yogischer Sicht spiegelt sich die Symbolik von Mount Meru im Merudanda wider: in der inneren Mittelachse, die Himmel und Erde in uns verbindet. Sie zeigt sich körperlich in der Aufrichtung über Becken, Wirbelsäule, Herzraum und Scheitel, ist aber mehr als eine anatomische Struktur.

In Sitzhaltungen wie Siddhāsana verwurzeln wir uns über die Basis und richten uns über die Krone des Kopfes auf. So entsteht eine Aufrichtung, die zugleich Erdung und Weite erfahrbar macht.

Diese vertikale Ausrichtung fördert Präsenz und innere Offenheit. Wir kommen zur Ruhe und bleiben empfänglich. Wir praktizieren mit dem Körper und beginnen zugleich, uns weniger mit seiner äußeren Form zu identifizieren.

Shiva: kosmischer Tänzer und stiller Yogi

Shiva erscheint sowohl als Naṭarāja, der kosmische Tänzer, ekstatisch und dynamisch, als auch als meditierender Yogi: still, diszipliniert und ganz nach innen gewandt.

Diese Bilder spiegeln eine zentrale Polarität im Yoga: Bewegung und Stille, Disziplin und Hingabe, Form und Freiheit. Mount Meru wird so auch zum Bild für eine Mitte, in der Gegensätze nicht verschwinden, sondern in eine größere Ordnung finden.

Mount Meru als Spiegel innerer Ausrichtung

Eine ausgewogene Yogapraxis lässt uns beides erfahren: Struktur durch die Haltung und Fluss durch den Atem. Der Körper wird weniger zum Objekt der Identifikation und mehr zu einem Gefäß für Bewusstsein.

Loslassen geschieht dann nicht durch Druck, sondern auf natürliche Weise. In der inneren Achse von Meru finden wir Stabilität, ohne hart zu werden, und Weite, ohne uns zu verlieren.

Eine gute Praxis hilft uns, die Stabilität von Meru und die Freiheit innerer Hingabe zugleich zu erforschen. Im Tanz von Atem und Bewegung kehren wir zurück zu etwas Größerem als der äußeren Form.

Weiterführende Lektüre und Inspiration

Wenn du mehr über die spirituellen Hintergründe von Mount Meru und Kailasha erfahren möchtest, findest du hier einige Quellen zur Vertiefung:

Wenn dich die Symbolik von Mount Meru berührt und du den Yogaweg nicht nur körperlich, sondern auch philosophisch und meditativ tiefer erforschen möchtest, findest du hier weiterführende Möglichkeiten.

Weitere Gedanken zu Yoga, Symbolik und innerer Praxis findest du regelmäßig im Newsletter.

Entdecke mehr von PRANA YOGA Nathalie Hosp Innsbruck

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen